Welche Bezahlarten boten Schweizer Onlineshops an?
Bezahlarten legen fest, wie Kundinnen und Kunden eine Bestellung begleichen können. In der ZHAW-Onlinehändlerbefragung 2020 waren Kreditkarte und Rechnung weit verbreitet, ergänzt durch Vorauskasse und PostFinance. Auch PayPal war häufig vertreten, gefolgt von TWINT. Diese Ergebnisse beschreiben das Jahr 2020 und keine heutige Marktverteilung.

Angebot und Nutzung sind zwei verschiedene Kennzahlen
Der Anteil der Shops, die eine Bezahlart anbieten, ist nicht mit deren Transaktionsanteil gleichzusetzen. Die Studie weist bei den Transaktionen 49 % Rechnung, 32 % Kreditkarte, 9 % Mobile Payment und 10 % übrige Zahlungsarten aus. Mobile Payment und übrige Methoden ergeben zusammen 19 %.
Mobiles Bezahlen war bereits damals eine wichtige Entwicklung. TWINT war 2020 in ungefähr der Hälfte der befragten Schweizer Shops verfügbar. Für einen einzelnen Shop bleibt entscheidend, ob die angebotenen Methoden zur Kundschaft und zum Checkout passen.
Was übernimmt ein Billing-Partner?
Ein Billing-Partner übernimmt vereinbarte Aufgaben rund um die Rechnung, beispielsweise Bonitätsprüfung, Zahlungskontrolle und Mahnwesen. Laut Studie arbeitete ungefähr die Hälfte der Händler mit Rechnungsangebot mit einem solchen Partner. Beim Vergleich zählen Gebühren und der genaue Leistungsumfang.
Was ist ein Payment Service Provider?
Ein Payment Service Provider verbindet einen Onlineshop mit der Zahlungsabwicklung. Das unterscheidet sich von einer direkten Banküberweisung, bei der der Shop das Geld ohne denselben Abwicklungsprozess im Checkout erhält.

In der Befragung führten PayPal und PostFinance die Anbieterübersicht an. Dahinter folgten Saferpay von Worldline/SIX Payment Services und Datatrans. Stripe wurde seltener genutzt. Das beschreibt die damalige Verbreitung und ist kein aktueller Preis- oder Qualitätsvergleich.
Wie vergleichst du die Möglichkeiten für deinen Shop?
Die Auswahl eines Zahlungssystems verbindet Kundenerwartungen mit betrieblichen Anforderungen. Ein bekannter Anbietername allein zeigt noch nicht, ob eine Lösung zum eigenen Shop passt.
- Integration ins Shopsystem prüfen: Checkout, Rückerstattungen und Updates.
- Die vollständige Gebührenstruktur und Vertragsbedingungen vergleichen.
- Erreichbarkeit des Supports und Zuständigkeiten bei Zahlungsproblemen klären.
- Gutscheine, Bestellstatus und Conversion-Tracking testen.
- Die Bezahlarten an der eigenen Kundschaft ausrichten, statt jede Option einzubauen.
TWINT ersetzt nicht automatisch sämtliche anderen Bezahlarten: Die Option hilft denjenigen, die TWINT nutzen können und möchten. Dasselbe gilt grundsätzlich für jede einzelne Zahlungsmöglichkeit.
Was bleibt für die Praxis?
Ein gutes Zahlungsangebot vereinfacht den Kauf und passt zu den Abläufen im Shop. Die historische Studie hilft, den damaligen Markt zu verstehen. Anbieter und Kundenbedürfnisse sollten für die eigene Umsetzung separat beurteilt werden.
D. Zumstein und C. Oswald: Onlinehändlerbefragung 2020, ZHAW School of Management and Law
